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»Praxisräume neu erleben«

Mögliche Risiken beim Praxis Ausbau:

Oft genug kommt es ein wenig einer Kunst gleich, den Fertigstellungstermin beim Praxis-Ausbau im Auge zu behalten. Die beste Praxis-Planung beinhaltet Risiken, welche im Vorfeld theoretisch bedacht werden können aber rein praktisch den Alltagsaufgaben zum Opfer fallen. Nach unseren Erfahrungen sind Projektverzögerungen im Praxis-Ausbau auf fehlende Vorgaben und mangelnde Klarheit zurück zu führen.

Regelmäßig erleben wir folgende Konstellation:

Die neue Mietfläche wurde vom Eigentümer an den Arzt oder Zahnarzt übergeben und der Praxis-Ausbau kann anhand der Praxisplanung beginnen. Man möchte als Betrachter meinen, dass das Projekt seinen geordneten Weg nimmt.

Der Teufel liegt im Detail!

Die Praxisplanung im Sinne einer technischen Zeichnung oder 3D Visualisierung bedeutet noch längst nicht die 100 prozentige Zielerfüllung oder Klarheit in dem, was genau sein soll!!

Der Praxis-Ausbau muss insbesondere mit den nachfolgenden Akteuren wie Einrichtern, Medizintechnikern und Dienstleistern konform und koordiniert sein! Das ist einfacher gesagt als in der Realität umgesetzt.

Grund hierfür ist oftmals, dass sich der Arzt- oder Zahnarzt lange Zeit unschlüssig ist, Angebote vergleicht und technische Lösungen abwägt, bevor er sich für die Anbieter von Praxismöbel, Medizintechnik, etc. entscheidet. Notwendige Bemusterungen von Bauteilen und Baustoffen werden aufgrund aktueller Verhandlungen, Angebotsvergleiche oder anderer elementarer Prozesse bis in die Ausbauphase hinein verschoben, welche dann mit entsprechenden Lieferzeitverzögerungen quittiert werden.

Auflistung möglicher Schnittstellen - Wo treten häufig Schwachstellen auf, die letztlich den termingerechten Praxis-Ausbau verzögern können? Letztlich trifft dies oft für die Wahl:

  • des Praxiseinrichters,
  • der Medizin, Dental- und/ oder Röntgentechnik,
  • der Datentechnik, Telefonanlage,
  • der Audioanlage, Patientenruf,
  • der Präsentationstechnik wie Beamer oder Leinwand oder
  • sonstiger individueller bzw. fachspezifischer Ausstattungen zu.

Damit später nicht nur der Grundriss optimal geschnitten ist sondern auch die technische Ausstattung so verknüpft ist, das diese auch funktioniert wie gewollt, müssen Anschlußpunkte exakt angegeben und Leistungsdaten genau definiert sein.

  • Dies trifft für die unterschiedlichsten Medien zu, wie beispielsweise:
    • Wasser,
    • Abwasser,
    • Druckluft,
    • Saugleitung,
    • Sauerstoff, Gase,
    • Elektro,
    • Schwachstromleitungen,
    • Datenleitungen,
    • Telekommunikationsleitungen,
    • Audio-Leitungen,
    • Patientenruf
    • und sonstige Vernetzungen und Medien

Eine Praxis wird immer vernetzter und das stellt zunehmend höhere Anforderungen an den Praxis-Ausbau und dessen Planung! Dies macht sich besonders in der IT-und Kommunikatonstechnik einer Praxis bemerkbar. Patientenaktien werden digitalisiert, dass Röntgenbild ist sofort auf dem Monitor sichtbar und wenn es an der Haustürklingelt kann über das Mobiltelefon die Tür geöffnet werden. Die unterschiedlichsten System greifen hier ineinander, und alle programmierten Funktionen sollen ständigen und zuverlässig funktionieren. Wie soll dies jedoch bedacht werden, wenn nicht alle Mitspieler bekannt sind und mögliche weitere Optionen bedacht werden. Daher ist es wichtig, dass frühzeitig die Anzahl, Art und Typ der zukünftigen Geräte und Systeme bekannt sind, um darauf entsprechend im Praxis-Ausbau reagieren zu können.

  • Hier ein Beispiel für allgemeine Planungsfragen:
    • Werden die Stromkreis mittels Praxishauptschalter an- und abgeschaltet? Welche Stromkreise davon sind für Kühlschränke, die notwendige Grundbeleuchtung, etc. davon auszuschließen?
    • Festlegung von Sicherungskreisen für die USV-Versorgung oder ZSV-Versorgung. Um die Frage zu beantworten, welche Stromkreise abschaltbar sind und welche extra gegen Stromausfall geschützt werden müssen, ist es wichtig die späteren Geräte und Ihre Funktion zu kennen.

„Soll der OP über die allgemeine Audioanlage beschallt werden oder direkt über den iPod vom Chef?"

  • Hier ein Beispiel für kleine Details, welche jedoch bei Baubeginn in der Praxis unbedingt bekannt sein sollten:
    • Die Anzahl, Größe und technische Funktionen der einzelnen Praxis Türen kann man von der technischen Praxisplanung entnehmen. Was ist aber mit der Verschließbarkeit der Türen? Wie viele Türen Ihrer neuen Praxis müssen tatsächlich abschließbar sein? Es gibt unzählige Praxistüren, welche ihr Leben lang nicht abgeschlossen werden. Warum brauchen diese dann ein Schlüsselloch? Man sollte Wissen, das Innentüren i.d.R. zwischen 6-8 Wochen Lieferzeit haben und diese mit allen Spezifikationen rechtzeitig bestellt werden müssen.

Lieferzeiten von Bauteilen, technischer Geräte und Ausstattungsgenstände spielen im Projektzeitplan eine der wichtigsten Rollen. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig über das Gesamtkonzept im Klaren zu sein um zielgerichtet und sicher mit den Anbietern verhandeln und technische Möglichkeiten und Notwendigkeiten effektiv abschätzen zu können.

Fazit:
„Drum prüfe, wer sich länger bindet" ... das trifft auf jeden Fall für den Praxis-Ausbau und die vorherige Praxis-Planung ebenso zu wie im Leben überhaupt. Nichts ist schlimmer, wie einmal zu wenig nachgedacht und leider dann oft im Praxisalltag immer darüber geärgert.

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24.08.2010 | Rubrik: Praxis Ausbau, Tipps & Tricks | 0 Kommentare

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