Die Frage nach dem Abwasser - zu viele Handwaschbecken in einer Arztpraxis!?
Bei dem Ausbau neuer Praxisräume stellt sich sehr oft die Frage, wie das Abwasser der einzelner oder sogar aller Waschplätze mit Gefälle abtransportiert werden kann. In der Regel über ein 50er Abflussrohr, das in den nächstgelegenen Abwasserstrang eingebunden wird. In der Praxis befinden sich leider nicht in "jeder Raumecke" die notwendigen Abwasserleitung für die vielen Handwaschbecken. Die Sanitärinstallation, insbesondere die Verlegung und Einbindung von zusätzlichen Abwasserleitungen, stellt fast immer eine Herausforderung für den Praxisplaner und den Praxisausbau dar. Hebeanlangen können hier Freiheiten schaffen, die den Wünschen der zukünftigen Praxisinhaber entgegen kommen.
Bei einer Praxisplanung sollte darauf geachtet werden, die Installationsanschlüsse für Handwaschbecken, Arbeitszeilen, Sterilisationsbereich, etc. passend zu den Wasseranschlüssen angrenzender Räume anzuordnen. Nur so können Wasserzuleitung und Abwasserleitung zu einem Strang gebündelt werden.
Dieser eine Anschlußpunkt ermöglicht ordentliche Kosteneinsparungen bei Installationen in der neuen Praxis. Da in der Regel Türöffnungen oder der Grundriss an sich eine Verlegung der Leitung innerhalb der Wände bis zum zentralen Versorgungsschacht nicht zulassen, müssen andere Wege innerhalb der Arztpraxis oder aber unterhalb der Praxis gefunden werden. Einen weiteren Knackpunkt stellt mitunter auch die Entfernung, also der Abstand vom entferntesten Handwaschbecken bis hin zum Versorgungsschacht dar, da ein Gefälle von ca. ein bis zwei Prozent eingehalten werden muss.
Wenn die Möglichkeit besteht mittels Kernbohrungen die Wasserleitungen durch den Fußboden unterhalb der unteren Etage zu verlegen ist die Problematik so gut wie gelöst. Hierbei müssen aber die technischen (z.B. abgehangene Decke) vorhanden und rechtlichen Gegebenheiten (Mietparteien / Vermieter) geklärt sein. Befindet sich in der Praxisfläche ein Doppelboden, so können die vorhandenen Fußbodenhohlräume auch für die Abwasser- und Wasserleitungen genutzt werden. Hier spielt lediglich die Entfernung im Verhältnis zur Hohlraumhöhe eine Rolle umso das benötigte Gefälle der Abwasserleitung einzuhalten.
Die Sanitärinstallation, insbesondere die Verlegung und Einbindung von zusätzlichen Abwasserleitungen, stellt fast immer eine Herausforderung für den Praxisplaner und den Praxisausbau dar.
Ist es technisch nicht möglich, die Rohrleitungen direkt einzubinden, kommen Schmutzwasserhebeanlagen ins Spiel. Hebeanlagen sammeln das ankommende Schmutzwasser und pumpen es über Druckleitungen (Gefälle spielt hierbei keine Rolle) in die nächstliegende Abwasserleitung. Die Druckleitungen können hierbei direkt in den Wänden senkrecht nach oben und über Zwischendecken in den nächsten Abwasserschacht gelangen.
Trotz aller Vorteile, ist es auf langer Sicht immer von Vorteil, ggf. auch mit dem größeren Aufwand, die Abwasserleitungen direkt einzubinden als über Schmutzwasserhebeanlagen zu realisieren.
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Stichworte: Abwasser, Handwaschbecken, Hebeanlagen, Praxisplanung
27.04.2011 | Rubrik: Praxis Ausbau, Produktvorstellung für Praxen, Tipps & Tricks | 0 Kommentare