PVC-Bodenbeläge und deren Oberflächenbeschichtung
Die Strapazierfähigkeit von homogenen und heterogenen PVC- oder aber Linoleum-Bodenbelägen, die besonders auch für den Einsatz in Arzt- und Zahnarztpraxen bestimmt sind, halten oft nicht das, was Sie durch den ersten Eindruck versprechen. Vor allem die Belastbarkeit der Oberflächenbeschichtung steht bei dieser Feststellung im Vordergrund. Oft kommt es hier schon kurz nach der Neuverlegung in den Arzt- oder Zahnarztpraxen zu Enttäuschungen bei den Medizinern. Grund dafür ist dann das optische Erscheinungsbild der neuen Bodenbeläge und die Kundenerwartung, die von den Versprechungen und Verkaufsargumenten der Hersteller herrühren. Leider treten dabei die wichtigen funktionalen Eigenschaften der Bodenbeläge immer mehr in den Hintergrund.
Werkseitige Beschichtungen von PVC- und Linoleum Bodenbelägen gehören heute zum Standardprogramm der Bodenbelag-Industrie. Sie werden im Produktionsprozess als Schutzschicht auf die eigentliche Trägerschicht aufgebracht.
Die verschiedenen Hersteller verwenden beispielsweise folgende Bezeichnungen:
DLW - LPX-Finish oder das PUR Eco System
Tarkett - TOPCLEAN XP
Forbo - Topshield
Weitere Überlegungen rund um den optimalen PVC-Belag
Neben den Vorteilen, welche diese Boden-Beschichtungen zweifellos bieten, existieren natürlich auch Nachteile, die insbesondere aus den Marketinganstrengungen der Industrie und der damit beim Endkunden ausgelösten Erwartungshaltung resultieren.
Das Hauptargument für die Einführung einer werkseitigen Beschichtung besteht nach Angaben der Hersteller in der Kostenreduktion, bei der Reinigung, Pflege und der "sofortigen Einsatzbereitschaft" der Beläge nach dem Verlegen. Die daraus gefolgerte erhöhte Beständigkeit gegenüber Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sei ein Zusatznutzen.
Für Arzt- und Zahnarztpraxen zweifellos ein wichtiges Kriterium.
Die Hersteller führen weiterhin eine erhöhte Verschleißfestigkeit auf. Dadurch kommt es naturgemäß zu einer überzogenen Erwartungshaltung an die Oberflächen der beschichteten PVC- und Linoleum Bodenbelägen. Die Oberfläche ist zweifelsfrei robust, aber gegen Kratzer und Striemen, die z. B. durch den Transport von Möbeln ohne Gleitunterlage und den Eintrag von Steinchen hervorgerufen werden, ist keine Oberfläche im Bereich der PVC- und Linoleum Bodenbeläge resistent.
Wenn Sie im Vorfeld folgende Hinweise beachten haben Sie langfristig Freude an dem neuverlegten PVC- oder Linoleum-Bodenbelägen in Ihrer Praxis:
- Lassen Sie sich bereits in der Angebotsphase ausführlich beraten und die Reinigungs- und Pflegeanleitungen sowie die technischen Merkblätter der offerierten Beläge aushändigen.
- Wägen Sie die Vor- und Nachteile mit Ihrem Reinigungspersonal ab.
- Alle Hersteller haben einen Musterversandservice. Dort können Sie selbst oder durch die von Ihnen präferierte Firma Bodenbelagsmuster bestellen. Testen Sie auf diesen Mustern die Verträglichkeit mit den in Ihrer Arzt- oder Zahnarztpraxis verwendeten Reinigungs- und Desinfektionsmitteln.
- Achten Sie darauf, dass in der Praxisplanung oder im Objekt eine oder mehrere gestaffelte Sauberlaufzonen vorgesehen oder vorhanden sind. So vermindern Sie den Schmutzeintrag von außen.
- Bei der Praxisneueinrichtung ist das ungeschützte Verschieben von Möbelteilen zu vermeiden. Gleitunterlagen sind unbedingt zu verwenden.
- Stimmen Sie die verwendeten Stuhlrollen in Ihrer Arzt- oder Zahnarztpraxis auf den Bodenbelag ab (Angaben finden Sie in der Reinigungs- und Pflegeanleitung).
So bleiben Ihre neuen PVC- oder Linoleum-Bodenbeläge in Ihrer Praxis dauerhaft ansehnlich und begehbar.
Schutz von Teppichböden in Arzt- & Zahnarztpraxen
Vorteile und Nachteile von Schmutzfangmatten im Eingangsbereich
Pflege der Reinigung von Bodenbelägen in Arzt- und Zahnarztpraxen
Stichworte: Arztpraxis, Bodenbeläge, Fußboden
25.05.2011 | Rubrik: Tipps & Tricks | 0 Kommentare