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Objektbesichtigung verrät: Passt die Traumvilla zu meiner Arztpraxis?

Bietet die attraktive Villa, oder das Gründerzeithaus die notwendigen Voraussetzung für meine zukünftige Arztpraxis? Wichtige Fragen als Entscheidungsgrundlage für den Mediziner.

Angenommen, der Plan von der neuen Arztpraxis wird immer greifbarer. Erst recht, seit Sie als niedergelassener Mediziner dieses schöne Gründerzeitquartier mit einer komplett freien 1. Etage entdeckt haben. Die Immobilie sieht attraktiv aus und macht schon optisch viel her. Für Sie als Facharzt wäre es schlechthin ein Traum, sich hier mit der eigenen, modern ausgestatteten Praxis zu etablieren. Zumal auch das Umfeld für diesen Praxis-Standort stimmt. Die Lage, die Verkehrsanbindung, das Patienten-Einzugsgebiet, die demografischen Prognosen bis zum Fachkollegen-Mix - alles ist optimal, meint der Wirtschaftsberater. Damit dürfte diese Traum-Immobilie eigentlich ein Standort erster Wahl sein, bei dem es sich lohnt, einiges in eine eigene, neue Praxis zu investieren?

Ob es tatsächlich das optimale Praxisobjekt sein könnte, ist aber noch nicht hundertprozentig sicher. Denn die eigentlich entscheidende Frage lautet: Eignet sich das Objekt überhaupt für die geplante Nutzung? Um das mit Sicherheit beantworten zu können, ist es unbedingt ratsam, das Praxisobjekt zunächst zu besichtigen und von einem Fachmann prüfen zu lassen.

Erste Beurteilung von Praxisflächen durch Experten.

Möglich ist das im ersten Schritt auf der Grundlage der Objektunterlagen. Aus denen gehen beispielsweise Adresse, Bauart, Baujahr und bisherige Nutzung der Flächen hervor, die nun für eine Arztpraxis ins Auge gefasst werden sollen. Diese Informationen erlauben es einem Experten in der Regel, bereits eine erste Beurteilung aufzustellen.

Die zweite Möglichkeit, besagte Immobilie auf Machbarkeit für das Praxis-Vorhaben zu begutachten, ist die Besichtigung des Objektes vor Ort. Die Bewertung sollte auf jeden Fall durch einen ausgewiesenen Fachmann, am besten durch einen erfahrenen Praxisbauer erfolgen.

Bisherige Nutzung und die baulichen Verhältnisse beachten.

In jedem Fall wird der Experte als erstes auf den Zustand der Immobilie und die bisherige Nutzung der ausgewählten Flächen schauen. Denn bei einem Um- und Ausbau bestehender Immobilien zu Praxisräumen kommt es zu einer Nutzungsänderung. Dafür sind die baulichen Verhältnisse an die Anforderungen anzupassen. Diese ergeben sich aus verschiedenen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien. Um hier nur einige zu nennen: Das sind die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) mit den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR), die Sächsische Bauordnung (SächsBO) sowie die Empfehlungen des Robert‐Koch‐Institutes.

In diesem Zusammenhang muss man unbedingt wissen: Nutzungsänderungen sind gemäß der Bauordnung des entsprechenden Bundeslandes genehmigungspflichtig. Damit verbunden sind fast immer zusätzlicher Zeitaufwand sowie zusätzliche Kosten.

Machbarkeit des Vorhabens prüfen lassen spart Zeit und gibt Sicherheit.

Im Ergebnis einer fachmännischen Objektprüfung - ob mittels Objektunterlagen oder vor Ort - steht eine Expertise. Dies sollte bei einer grundsätzlichen Machbarkeit auch die Stärken und Schwächen des bewerteten Objektes aufzeigen.

Wie würde nun - rein spekulativ - eine solche Expertise für die anfangs besagte Traumvilla im Gründerzeitstil aussehen? Genaues kann sich nur aus konkreten Angaben ableiten. Doch allein anhand des Gründerzeit-Baustils und der bisherigen Nutzung als Wohnraum können zumindest einige grundsätzliche Prämissen vermutet werden. Das wäre beispielsweise der Erfahrungswert, dass Objekte in Altbausubstanz wenig Planungsfreiheit bieten. Somit machen sich - für einen optimalen Praxisgrundriss - mit einiger Sicherheit Eingriffe in die Tragwerksstruktur erforderlich, die statische Belange berühren. Allein diese Tatsache könnte ein unvermeidlicher Kostentreiber werden.

Deckentraglasten, Raumdimensionen und technische Ausstattung sind wichtige Parameter.

Im Gegensatz dazu könnte aber das Urteil zu anderen Kriterien wie Deckentraglasten, Raumdimensionen und technische Ausstattung des Objektes unter Umständen positiv ausfallen. Und der Aufwand, um Praxis-Vorhaben und Immobilie kompatibel zu gestalten, bliebe am Ende überschaubar. Mehr noch: Dieser Standort rangiert am Ende im Experten-Urteil vielleicht in der Kategorie „für Arztpraxisflächen geeignet"

Schnelle Einschätzung durch Fachmann bundesweit.

Tatsächlichen Aufschluss liefert letztlich immer die fachmännische Objektbesichtigung - anhand vorliegender Objektunterlagen oder vor direkt Ort.

Mehr Informationen:
Bewertung von Praxisflächen - bundesweit
Vor der Praxisplanung - die Suche nach geeigneten Praxisräumen.

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Holger Brummer

Autor Holger Brummer schreibt als Unternehmer aus seiner Praxis für Praxen. Als Inhaber seines Unternehmens PraxenProfi® ist er Experte und Ansprechpartner rund um alle Fragen zu Standort, Errichtung, Entwicklung und Erhaltung von Praxen für Ärzte, Zahnärzte und Therapeuten.

01.02.2017 | Rubrik: Praxis Verlagerung, Praxis im Betrieb, Tipps & Tricks | 0 Kommentare

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