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Gegen gähnende Langeweile und eingeschlafene Füße: Wartezimmer angenehm und sinnvoll einrichten

Das Wartezimmer einer Praxis erzählt viel darüber, wie die Praxis geführt wird. Es gibt Wartezimmer, die außer Stühlen nichts bieten.

Andere Wartezimmer quellen über vor Bücherregalen, Zeitschriftenständern, kostenlosen Broschüren und Werbezetteln. Wieder andere sehen aus wie ein Kinderspielzimmer oder das Schaufenster der örtlichen Aquarienhandlung. Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks wird das Wartezimmer so gestaltet, dass es erstens zweckmäßig und zweitens angenehm ist.

Funktionalität: Nahe am Eingangsbereich, leicht erreichbar

Patienten und Patientinnen, die beim Arzt warten müssen, sind erstens meist nicht sehr erfreut darüber und zweitens krank. Überall da, wo viele und unter Umständen kranke Menschen zusammenkommen, besteht Infektionsrisiko. Um das zu minimieren, sollte der Wartebereich einer Praxis möglichst leicht zugänglich sein, leicht zu reinigen und vor allem sofort von der Eingangstür aus erreichbar sein. Denn wer beispielsweise Grippepatienten betreut oder Patienten mit hochinfektiösen Erkrankungen wie dem Noro-Virus, will die unter Umständen abfangen, bevor sie mit anderen (älteren, immunschwachen oder anderweitig vorbelasteten) Patienten in Berührung kommen. Ein allgemeines Wartezimmer, das direkt von der Rezeption aus erreicht werden kann, sowie ein kleiner Quarantänebereich, der ebenso schnell erreichbar ist, sind also optimal. Die sanitären Anlagen für Patienten und Besucher sollten ebenfalls im Eingangsbereich liegen und nicht tief in der Praxis zwischen den Behandlungsräumen versteckt sein.

Funktionalität bedeutet auch, dass der Wartebereich mit flexiblen, aber angenehmen Sitzgelegenheiten ausgestattet ist. Flexibel insofern, als dass die Stühle, Sessel, Bänke oder Sofas von kleinen wie von großen Patienten, von schweren wie von leichten Menschen und vor allem bei Bedarf auch mal von sehr vielen Menschen genutzt werden können. Sehr praktisch sind Stapelstühle aus Stahlrohr, die mit einem weichen Sitzpolster und einer Rückenlehne versehen sind und bei Bedarf aufgestellt werden können.

Arztbesuche sind unangenehm: Gestalten Sie das Wartezimmer nach therapeutischen Gesichtspunkten

Die Tipps im letzten Absatz gehen schon in die richtige Richtung: Ein Wartezimmer sollte der Genesung zuträglich sein. Ausreichend Platz, Fenster für schnelle und ausgiebige Frischluftzufuhr und Tageslicht sowie Sitzgelegenheiten helfen, dass Ihre Patienten die Wartezeit so angenehm wie möglich erleben.

Körperliche Entspannung ist im Krankheitsfall die eine Sache, mentale Entspannung noch viel besser. Wenn das Wartezimmer Patienten das Gefühl gibt, in guten Händen zu sein, trägt das direkt zur Genesung bei. Denn wer sich innerlich entspannt, positiv denkt und sich wohl fühlt, regt damit die Selbstheilungskräfte an. Das Wartezimmer sollte also auf keinen Fall rein funktional gestaltet sein, sondern besser auch angenehm eingerichtet sein.

Heimelige Möbel, Ablenkung und Unterhaltung, warme Farben

Ein Wartezimmer ganz in Edelstahl, PVC und Glas ist hochmodern und pflegeleicht. Eine warme, gemütliche Atmosphäre strahlt es aber trotzdem nicht aus. Von der Farbgestaltung über die Wandverkleidung und den Bodenbelag bis hin zu den Möbeln gehört eigentlich das Feingefühl eines Innenarchitekten dazu, um einen Wartebereich nicht nur funktional, sondern auch noch angenehm zu gestalten. Wer in seinem Wartezimmer ein einheitliches Farbkonzept wählt und warme Materialien wie Holz und Textil verwendet, macht aber schon viel richtig. Ein Parkett- oder Laminatboden lässt sich genauso einfach feucht reinigen und hygienisch halten wie PVC oder Fliesen. Teppiche müssen nicht unbedingt sein, aber ein schalldämmender weicher Belag zumindest in der Kinderspielecke ist durchaus vorteilhaft.

Zeitschriften, Literatur und andere Unterhaltung

Ob in einem Wartezimmer unbedingt ein Aquarium mit Tropenfischen stehen muss, darüber kann man streiten. Aber die Wartenden sollten Gelegenheit haben, sich die Zeit zu vertreiben. Bewährt haben sich ein breites Angebot an Zeitschriften und Tageszeitungen, ein Fernsehgerät, kleine Geduldspiele und auf jeden Fall eine Kinderspielecke mit Malbüchern und kleineren Spielsachen. Bei Allgemeinmedizinern und kinderärztlichen Einrichtungen ist ein Bewegungsbereich für Kinder sowie ein dem Alter angepasstes Zeitschriftenangebot ebenfalls eine gute Sache.

Manche Arztpraxen stellen darüber hinaus ein Tablett mit Wasserflaschen, Gläsern und Servietten bereit, andere haben einen Wasserspender. Etwas zu Trinken ist für die Wartenden eine Erleichterung, denn vor allem bei Erkältungskrankheiten und dergleichen ist der Hals schnell trocken.

Ob Unterhaltung, Getränke und Gläser nun in einem Regal, auf einem hohen oder einem niedrigen Tisch, einer Ablage oder einer Vitrine präsentiert werden, ist letztendlich Geschmacksache. Das Mobiliar sollte so gewählt sein, dass es praktisch ist und zum übrigen Raumkonzept passt.

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Holger Brummer

Autor Holger Brummer schreibt als Unternehmer aus seiner Praxis für Praxen. Als Inhaber seines Unternehmens PraxenProfi® ist er Experte und Ansprechpartner rund um alle Fragen zu Standort, Errichtung, Entwicklung und Erhaltung von Praxen für Ärzte, Zahnärzte und Therapeuten.

02.03.2018 | Rubrik: Praxis Modernisierung , Praxis Umbau, Praxis im Betrieb, Tipps & Tricks | 0 Kommentare

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